Hörtraining (JIAS) nach K. Johansen
Der dänische Legasthenieforscher Dr. Kjeld Johansen hat einen signifikanten Zusammenhang zwischen Lese- Rechtschreibstörung und AD(H)S mit einer nicht optimalen Verarbeitung auditiver Reize festgestellt. Viele der Kinder, die mit dem Spracherwerb oder dem Schreiben Probleme haben, zeigen Auffälligkeiten in ihrer Hörverarbeitung.
Diese Kinder haben Lernschwierigkeiten, weil sie Gehörtes nicht effektiv und schnell verarbeiten können. Es fällt ihnen schwer, sich auf eine Stimme zu konzentrieren und sie lassen sich von Geräuschen ablenken. Auch können sie sich schlecht oder gar nicht mehrere aufeinander folgende Arbeitsanweisungen merken. Sie sind insgesamt langsamer in der Bearbeitung von Aufgaben.
Mögliche Ursachen:
- Häufige Hals-, Nasen und Ohrenentzündungen in der frühen Kindheit
- Mangelhafte oder sogar zu starke auditive Anregung (Geräuschkulisse)
- Nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel hören zu können, stellt für manche Kinder ein Problem dar. (Nebengeräusche wegfiltern bzw. ausblenden)
Methode des Hörtrainings
Um ein differenziertes Bild der Hörverarbeitung des Kindes zu erhalten, werden mehrere audiometrische Untersuchungen durchgeführt. Anhand der Ergebnisse wird für das Kind eine individuelle CD mit spezieller Musik erstellt. Das Kind hört diese Musik mit einem Kopfhörer für 10 – 15 Minuten am Tag über einen längeren Zeitraum bis zu einem guten halben Jahr.
Im Gegensatz zu anderen Methoden, die über Musik und /oder Geräusche wirken, zeichnet sich das Hörtraining nach Dr. K. Johansen dadurch aus, dass es
1.individualisierte Musik für jeden einzelnen Patienten verwendet und
2.über einen langen Zeitraum sanft wirkt.
Dadurch bleibt die erzielte Wirkung dauerhaft bestehen.
Ein weiterer Vorteil der Methode besteht darin, dass die Patienten den Therapeuten nur für die audiometrischen Untersuchungen aufsuchen müssen. Die eigentliche Stimulation mittels der individualisierten CDs findet in häuslicher Umgebung statt.